Die gehässigste Bundesratssitzung aller Zeiten

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Satire

Nach der abrupten Gesprächsverweigerung des Gewerkschaftsbundes (SGB) über Lockerungen der flankierenden Massnahmen ist der Rahmenvertrag mit der EU momentan praktisch klinisch tot. Der Bundesrat trat deswegen innert kurzer Zeit zu seiner dritten dringlichen Sondersitzung zusammen. Gehässig und zerstritten wie diese verlief noch keine. Hier die Chronik:

Bundespräsident Berset eröffnet die Sitzung: „Wir müssen mit der EU eine Lösung finden….“

Schneider-Ammann: „Dann sage deinem Genossen Rechsteiner doch endlich, er solle seine Waffen strecken. Sonst kann er 2019 ja gleich für die SVP in den Wahlkampf für den Ständerat steigen“.

Leuthard: „Ja, wir haben doch viel wichtigere Probleme. Etwa der CO2-Ausstoss, die weltweite Klimaerwärmung, die bedrohten Walfische und Eisbären, die schmelzenden Gletscher…“

Maurer: „Dann mach doch weiter mit deiner Anti-AKW-Strategie. Die AKW produzieren kein CO2. Willst Du denn stattdessen Kohlenkraftwerke ?“

Sommaruga: „Auch ich habe ein Problem. Gemäss Bundeskanzlerin Merkel ist das Dublin-Abkommen klinisch tot. Was tun ?“

Parmelin: „Dein Lieblingsabkommen war zum vorneherein unrealistisch. Nun hat Merkel mit Spanien ein Sonderabkommen abgeschlossen, um die neu über die Spanien-Route eingereisten Migranten aus Afrika, die nach Deutschland weiter reisen, zurück zu schicken. Aber das betrifft nur jene, die dort über Österreich eingereist sind. Innert kurzer Zeit werden sie via Schweiz dort einzureisen versuchen und zurückgewiesen werden. Dann haben wir sie alle bei uns, und kein Erstaufnahmestaat nimmt sie zurück“.

Berset: „Ach schweig doch, du mit deinen ewigen Kampfflugzeugen !“. Sprechen wir doch endlich über die EU und den Rahmenvertrag. Unser Plan A läuft schief. Und der Plan B von Kollege Cassis (das „Friedensabkommen“ mit der EU) ebenfalls. Was sollen wir tun ?

Maurer: „Welche Idioten in unserer Bundesverwaltung haben denn eigentlich die Analyse verfasst, wonach wir in den Verhandlungen mit Brüssel chancenlos seien ?“

Im Bundesratszimmer läutet das rote Telefon für dringende Meldungen. Bundeskanzler Thurnherr nimmt ab, hört rund 5 Minuten lang zu und orientiert dann die Runde:

Thurnherr: „Das war Juncker aus Brüssel. Er bedankt sich herzlich für all die guten Tipps für mögliche Sanktionsmöglichkeiten der EU gegenüber der Schweiz, die ihm im eben erwähnten Analysepapier auf dem Silbertablett serviert wurden. An einige Möglichkeiten hatte er gar nicht gedacht, sie sind aber für die EU als willkommene Verhandlungsmasse interessant (Börsenzulassung, Forschungsabkommen, Stromabkommen etc.), um im künftigen Rahmenvertrag die uneingeschränkte Personenfreizügigkeit durchzusetzen. Sehr dankbar ist er dafür, dass wir die erwarteten Kohäsionsmilliarden an die EU bedingungslos zahlen werden. Er freut sich riesig auf die nächsten Verhandlungsrunden mit der Schweiz und legt besonderes Gewicht darauf, dass schweizerischerseits Herr Balzaretti daran teilnimmt, denn mit dem finde man stets eine EUfreundliche Lösung“.

Langes Schweigen in der Runde.

Maurer: „Gibt es denn punkto EU nicht einen Plan C ?“.

Bundespräsident Berset: „Wir schliessen für heute diese Sitzung und sehen uns morgen um 0700 wieder“.

Schneider-Ammann: „Würde heissen, dass ich mit meinem Anliegen, der Hornkuh- bzw. Kuhhorn-Initiative oder wie das auch immer heisst, erst morgen früh kommen kann ?“

Der Bundesweibel, der im Bundesratszimmer den Kaffee servierte, meinte daraufhin kommentierend zu seinem Kollegen: „x?&%!ç*=0“ *).

Ronco

*) Die Interpretation überlasse ich der geneigten Leserschaft.  

 

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