Der religiöse und der ökologische Extremismus

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Eros N. Mellini

Editorial

In einem Artikel von Richard Lindzen, den wir auf Seite … abdrucken, legt dieser Autor zu Recht dar, dass die Ökologie nunmehr zur Religion unserer Zeit geworden ist. Das trifft vollumfänglich zu. Karl Marx besagte, dass die Religion Opium für das Volk sei, und ich halte dafür, dass man legitimer weise die verschiedenen, in unserer Wohlstands- und Langeweilegesellschaft bereits entstandenen und laufend entstehenden Religionen als Drogen betrachten kann, die alle mehr oder weniger aus demselben Rohstoff gewonnen werden: Morphin, Heroin, Kokain etc. So wie das Morphin, ist die Religion – in vernünftigen, möglichst homöopathischen Dosen konsumiert – ungefährlich und kann sich sogar positiv auf gewisse psychische Krankheiten wie Depressionen oder Suizidabsichten auswirken. Wenn man allerdings übertreibt, verfällt man in die völlige Abhängigkeit, mit all den zerstörerischen Folgen für sich selber und für seine Nächsten. Drogen: Eigener physischer und moralischer Verfall, aber Beschaffungskriminalität, AIDS-Ansteckungsrisiko, nicht zu unterschätzende soziale Kosten für die anderen. Religion: Fanatismus, Versuche, anderen Leuten gewaltsam den eigenen Glauben aufzuzwingen, dies schon nur mittels nervtötender Missionierung, aber zu guter Letzt mit Terrorattentaten wie wir sie fast tagtäglich der Presse entnehmen können.

Jede Religion hat Anhänger unterschiedlicher Art: Die Fanatiker, die praktizierenden Gläubigen und die Nichtpraktizierenden, die immerhin – soweit mit ihrem täglichen Leben oder jenem der anderen vereinbar – ihre religiösen Prinzipien befolgen. Die Fanatiker kann ich nicht ausstehen und die Praktizierenden stören mich nicht gross, solange sie ihre Riten nicht den anderen aufzuzwingen versuchen. Wofür ich hingegen allergrössten Respekt habe, das sind jene Personen, die ihre Prinzipien im Rahmen des gesunden Menschenverstands befolgen und das Austeilen von Hieben nur im Hinblick auf die „eigenen Weichteile“ befürworten.

Die Ökologie ist nunmehr auch zu einer der zahlreichen Religionen geworden: Auch sie mit ihren Nichtpraktizierenden (aber vernünftigerweise verschiedene ihrer Prinzipien Befolgenden), ihren überzeugten Praktizierenden und ihren leider zahlreichen Fanatikern, deren Credo nicht hinter jenem der Talibans für den Islam zurücksteht. Zwar trifft es zu, dass wir bisher – und wir hoffen alle, es bleibe so – noch nicht mit einer Welle tödlicher Terrorattentate konfrontiert wurden, wie sie heutzutage von den Islamisten verübt werden, aber die von Öko-Organisationen wie Greenpeace und anderen zum Teil an den Tag gelegte Neigung zur Illegalität, um ihren Glauben durchzusetzen, manifestierte sich bereits mit Propagandaaktionen, welche die Eigentumsrechte anderer krass missachteten.

Eine weitere Ähnlichkeit: Wenn man von Islam und Islamismus spricht, hört man immer wieder die alte Leier über die „moderaten Muslims“, die harmlos seien und die überwiegende Mehrheit der Muslime darstellen würden. Nun ja, wie ich es bereits früher ausgeführt habe mit meiner alles andere als irrigen Hypothese über das Entstehen einer künftigen, von eingebürgerten Muslims gegründeten „Islam-Partei“, welche auf Bundesebene mehrheitsfähig werden könnte: Ich würde dann gerne mal sehen (d.h. ich hoffe, es nie miterleben zu müssen), wie viele dieser „Moderaten“ opponieren würden gegen eine solche Partei und der damit verbundenen schweizweiten Einführung der Scharia.

Was die fanatischen Umweltschützer betrifft, scheint das Phänomen mit der jüngsten Abstimmung über das Energiegesetz seine Ziele erreicht zu haben: Denn nur dank der Mithilfe der Nichtpraktizierenden und der Moderaten wurde uns allen eine Art „ökologischer Scharia“ aufgezwungen. Die Öko-Talibans alleine hätten dies alleine nie erreicht.

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