Der Neue im Weissen Haus

Feb 10 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 495 Views • Commenti disabilitati su Der Neue im Weissen Haus

Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Da staunt die halbe Welt: Der neue Präsident der Vereinigten Staaten weiss in seinen ersten Amtstagen nichts Anderes zu tun als Tag für Tag eines seiner Wahlversprechen umzusetzen. Mindestens leitet er die ersten Schritte dazu ein. Dass Schwierigkeiten dabei auftauchen ist vorprogrammiert. Hauptsache ist aber, dass Donald Trump nicht vergessen hat, was er auf seiner Wahlkampftournee gesagt hat – und genau das beunruhigt offenbar viele politische Beobachter. Es ist auf der politischen Bühne leider so ungewohnt. Die Art, wie Trump seine Aufgaben mit Hartnäckigkeit, ja sogar Sturheit anpackt, erinnert an einen der bekanntesten Politiker der vor zweitausend Jahren die Geschicke des damaligen Römischen Reichs mitbestimmt hat: Marcus Tullius Cicero. Beide tragen keinen in der Politik bekannten Namen, sind also eigentliche politische Neueinsteiger. Cicero, der Jurist und Trump, der Wirtschaftsmanager können nicht auf Unterstützung des sogenannten Establishments zählen, ja bei beiden hat man versucht, ihrer Karriere alle möglichen Hindernisse in den Weg zu legen. Wer in der Politik keine Paten im Rücken hat, muss sich durch Leistung beweisen. Cicero kämpfte damals für die Erhaltung der republikanischen (demokratischen) Staatsform gegen die Machtgelüste einzelner. Trump möchte sein Land wieder stärken und sieht sich dabei konfrontiert mit den ganz anders gelagerten Interessen der weltweiten Globalisierung. Feindschaften bei all denjenigen, denen er auf die Füsse tritt, sind vorprogrammiert.  

Trump will dem Terrorismus entgegentreten und geht dabei bei seinen Massnahmen zur Beschränkung der Einwanderung aus islamischen Staaten offenbar etwas zu weit. Auch Cicero hatte einen Kampf gegen Verschwörer zu führen: Es war die Gruppe um den jungen Catilina, die einen Staatsstreich plante, aber rechtzeitig gestoppt werden konnte. Cicero hat bei der Bekämpfung dieser subversiven Elemente gewisse Grenzen überschritten, was ihm eine vorübergehende Verbannung aus Rom einbrachte. Wer in der Politik seine Ziele allzu direkt umsetzen will, läuft seinen Widersachern direkt ins Messer und hat mit einer Reihe von Prozessen zu rechnen. Wie weit Trump vorankommt, das lässt sich im Moment nur schwer abschätzen. Bleibt uns der Blick zurück zu Cicero: Der römische Politiker hat es nicht geschafft, gegen übermächtige Interessen sein Ideal eines demokratischen römischen Staates zu realisieren, er ist in jeder Hinsicht gescheitert. Ob Trump seinen Kampf gegen politische Clans und allmächtige Interessen gewinnen kann? In ein paar Jahren, vielleicht schon in ein paar Monaten werden wir mehr wissen…

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