Das Loblied der Linken auf die Mittelmässigkeit

Mar 25 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 140 Views • Commenti disabilitati su Das Loblied der Linken auf die Mittelmässigkeit

Eros N. Mellini

Editorial

 

Frauenquoten, gleiche Lernziele ungeachtet der individuellen Fähigkeiten – die berühmte „Einbeziehung“, dem wiederkehrenden Motiv des Projekts von Manuele Bertoli „La scuola che verrà“ (die Schule der Zukunft) – die absolute Weigerung, zuzugeben, dass die Menschen halt einfach nicht alle gleich sind, und dass man die Unterschiede in gewissen Kontexten nicht einfach ignorieren kann. All dies sind die politischen Grundpfeiler der extremen Linken (SP), die aber mittlerweile auch von der etwas moderateren Linken befürwortet werden (damit gemeint sind Parteien wie FDP und CVP, denen ich – leider erfolglos – das Recht abspreche, sich als bürgerlich zu bezeichnen).

Die Diskriminierung von Fähigkeiten und persönlichen Begabungen

Mit dem Motto „Alle sind gleich und haben die gleichen Rechte“ (die Pflichten hingegen auferlegt man nur den Reichen, von denen man immer höhere Steuern fordert, um nicht nur den wenig Begüterten, sondern auch den Unfähigen und Faulpelzen gratis zumindest teilweise einen ebenso hohen Komfort zu ermöglichen, den sich die Familien der „Reichen“ dank Jahren und Jahrzehnten harter Arbeit, Investitionen, und vor allem persönlichem Geschick erkämpfen mussten) und mit dem löblichen Ziel, die intellektuell oder wirtschaftlich weniger Begabten nicht auszugrenzen, steuern sie das weitaus weniger löbliche Ziel an, all jene zu diskriminieren, die begabter sind, sich aber oft auch stark persönlich einsetzen. Dass man die Ausbildung der für ein Studium Geeigneten verlangsamt – ein unumgänglicher Effekt, wenn man alle Schüler mit unterschiedlicher Lernfähigkeit auf das gleiche Niveau bringen will – ist schlimm; aber insgesamt weniger schlimm als der Trend, es auch den bescheidensten Schülern nicht zu verwehren, eines Tages höhere Studien anzutreten. Wie wenn ein äusserst erfolgreicher handwerklicher Lehrabschluss weniger Wert wäre als ein Studienabschluss. Man verhindert somit den Ausschluss der Begriffsstutzigsten – die, das versteht sich, nicht unbedingt Idioten sind; in den meisten Fällen haben sie einfach einen anderen Lernrhythmus, aber dem kann man Rechnung tragen durch deren Ausbildung in ihren Fähigkeiten entsprechenden Schulklassen – und zwingt die Fähigeren zur Anpassung. Dies ist eine Gleichschalterei auf immer tiefem Niveau, das selbst den vom besten Willen Beseelten jegliche Lust auf ein Studium vermiest.

Und nun schreitet man mit der angemessenen Vertretung im Bundesrat wieder einmal zum Angriff

Man verlange selbstverständlich keine Frauenquoten im Bundesrat, sagt Ständerat Raphael Compte (NE), aber doch eine verfassungsmässig vorgeschriebene angemessene Frauenvertretung. Als würde dies einen grossen Unterschied ausmachen. Dem Vertreter der gemässigten Linken (FDP) hat sich natürlich sofort die extreme Linke (SP) angeschlossen, die sich mittels ihrer Ständerätin Géraldine Savary darüber beklagte, dass „die Politik eine von Männern geschaffene und für sie bestimmte Männerwelt“ darstelle. Ganz zu vergessen von den Grünen, die schon früher parlamentarische Initiativen eingereicht hatten für eine Frauenquote in den verschiedenen politischen Gremien und in den Wahllisten (Vorschläge, die glücklicherweise allesamt abgelehnt wurden). Auch hier hätten die Fähigkeiten der Kandidaten auf dem Altar der angemessenen Vertretung geopfert werden sollen. Ich bin davon überzeugt, dass die Dinge – solange der Bundesrat vom Parlament gewählt wird (und nach der mit 76,3 % im Jahre 2013 erlittenen Abfuhr unserer Initiative für eine Volkswahl des Bundesrates wird die Sache noch lange so bleiben) – die Geschlechterfrage nebensächlich ist, denn gewählt werden stets jene, die den anderen Parteien am wenigsten Probleme bereiten, und dies ist sicherlich nicht das beste Kriterium um die Wahl der Geeignetsten zu garantieren. Eigentlich sollte zumindest theoretisch der oder die als am geeignetst Befundene gewählt werden. Persönlich sähe ich ganz gerne eine Regierung mit sieben Frauen à la Margareth Thatcher oder Golda Meir, aber ich finde, eine einzige Simonetta Sommaruga ist schon eine Frau zu viel.

In beiden dieser beiden in meinem Artikel erwähnten – wie in vielen anderen – Fällen preist die Linke die Mittelmässigkeit; wahrscheinlich deshalb, weil nur so deren Exponenten empor zu steigen vermögen. Wie lange wird es dauern, bis die ersten T-Shirts mit der Aufschrift „Mediocre is beautiful“ auftauchen ?

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