Bravo, Herr Juncker!

Set 26 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 636 Views • Commenti disabilitati su Bravo, Herr Juncker!

Rolando Burkhard

Rolando Burkhard

„Juncker sieht EU in Existenzkrise“ lautet die heutige (14.9.2016) Schlagzeile in den Medien. Was der EU-Kommissionspräsident längst weiss, hat er nun in seiner Rede zur Lage der Union klipp und klar gesagt. Endlich. Das war längst fällig. Seine banale Erkenntnis erstaunt in ganz Europa längst kaum mehr jemanden. Nur noch die Schweizer EU-Hardliner glauben traumwandlerisch an die Union und wollen unser Land EU-tüchtig machen.

 

 

Angedacht wurde das EG-Projekt in den 50er Jahren eigentlich ganz gut. Die Idee erschien überzeugend. Nur hat dann eine Handvoll demokratisch nicht legitimierter grössenwahnsinniger Technokraten die Oberhand gewonnen und mittlerweile das Projekt völlig in den Sand gesetzt.

 

Es begann mit der unkritisch vorangetriebenen massenhaften Aufnahme von bei weitem noch nicht EG/EU-tauglichen Mitgliedsländern (aus reinen Prestigegründen). Dazu kamen die skandalösen, vorweg wirtschaftlichen Kompromisse punkto Einhaltung der Unionsregeln. Dann die Fehlgeburt der Einheitswährung „Euro“, die finanziell verheerende Politik der Zentralbank, das Scheitern des Schengen-Systems, die Arroganz des Europäischen Gerichtshofes und das Dubliner Flüchtlings-Debakel, um nur einige wenige der zahlreichen Desaster aufzuzählen.

 

Ja, denn um die Desaster-Liste der EU auch nur einigermassen weiter zu führen, müsste man auch ihre völlig unnötig vorgeschriebene Regeldichte in Randgebieten mit dem entsprechenden bürokratischen Aufwand, die totale Bevormundung der Souveränitäten ihrer Mitgliedstaaten und das eklatante Demokratiedefizit in der Europäischen Union beklagen. Fast nirgendwo in Europa hat das Stimmvolk dazu etwas zu sagen gehabt. Und wo ja, hat es meist gegen die EU gestimmt. Brexit lässt grüssen!

 

Nun ja, wir in der Schweiz könnten als Nicht-EU-Mitglied eigentlich darüber nur milde lächeln und froh sein, dank klarem Volkswillen (und nicht etwa wegen der Einsicht unserer Polit-Eliten!) nicht diesem Crash-Club angehören zu müssen. Aber bei weitem verfehlt! Unsere Politiker in Bundesbern unternehmen weiterhin alles, um vom seetauglichen „MS Helvetia“ aus, via Rettungsbooten, an Bord der sinkenden „Titanic“ zu gelangen. 

 

Aktuellstes Beispiel (unter vielen) ist der jüngste parlamentarische Beschluss der nationalrätlichen staatspolitischen Kommission (SPK-N) zur Umsetzung des vom Volk beschlossenen Zuwanderungsartikels 121a unserer Bundesverfassung, der aufgrund der Masseneinwanderungsinitiative der SVP zustande kam. Die SPK-N hat schlicht sämtliche Forderungen des Verfassungsartikels ignoriert und mit einem absolut skandalös verfassungswidrigen und volksverhöhnenden Antrag versucht, den schweizerischen EU-Turbos den Weg zu ebnen und der EU eine Brücke zu schlagen.  

 

Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt! Denn die EU hat gemäss vorliegenden internen EU-Papieren sogar den an Unterwürfigkeit nicht mehr zu überbietenden Vorschlag unserer Schweizer EU-Befürworter schnöde abgelehnt und besteht auf einem Rahmenabkommen (will u.a. heissen: fremde Richter).

 

Die EU hat somit den offerierten Schweizer Rettungsversuch für die ohnehin schon kaum mehr befahrbare Brücke zwischen CH und EU schnöde abgelehnt und die Brücke zerstört. Das erstaunt nicht. Denn die EU befindet sich in verzweifelter Lage (Juncker: Existenzkrise) in einem selbst-zerstörerischen Abwehrkampf. Vergleichbar mit der Deutschen Wehrmacht, die im Zweiten Weltkrieg in aussichtsloser Kriegslage nach der Landung der Alliierten auf Geheiss Hitlers ihre eigenen Westbrücken in die Luft sprengte, um deren Vormarsch zumindest zu verzögern. Im historisch bekannt gewordenen kriegsentscheidenden Fall von Remagen gelang dies übrigens nicht, denn die angelegte Sprengstoffladung für die Zerstörung der Brücke war zu schwach, die Brücke hielt stand, und die Alliierten konnten passieren. Passieren werden über kurz oder lang auch die EU-Kritiker in ihrem Kampf gegen das EU-Establishment. Vorläufig sind’s nur die als „Rechtspopulisten“ Verunglimpften. Das wird sich rasch ändern. Morgen sind’s die „Demokraten“.

 

Ehrlich gesagt: Über den EU-Entscheid über den Brückenabbruch bin ich, da ich gottlob wohlbehalten auf der Schweizer Seite des Grabens zur EU situiert bin, eigentlich sehr froh. Denn das schafft eine klare Ausgangslage für das kommende Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU. Vielen Dank, Herr Juncker, nun wissen wir zumindest, woran wir sind. Das Schweizer Volk weiss das längst. Hoffentlich begreift das endlich auch Bundesbern!!

 

 

Comments are closed.

« »