Banknoten sind bald illegal

Mar 8 • Deutsche Seite, Prima Pagina • 583 Views • Commenti disabilitati su Banknoten sind bald illegal

Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Wir sind uns gewohnt, unsere Einkäufe mit Bargeld oder mit einer der heute reichlich zur Verfügung stehenden Karten zu zahlen. Neuerdings bieten grosse Ketten ihren Kunden auch an, eine App herunterzuladen, damit sie mit ihrem Handy den offenen Betrag begleichen können. In der Geschichte der Menschheit ist das Zahlen von Gütern im Laufe der Zeit vereinfacht worden. In der Frühgeschichte stand der Tausch im Vordergrund: Ware gegen Ware. Bezahlt wurde mit Tieren, Nahrungsmitteln, Fellen, Schmuckstücken und anderen Gegenständen. Mit der Prägung von Münzen konnten die Herrschenden aller Epochen politische Propaganda betreiben. Noch heute ist es der Stolz der Länder, auf ihren eigenen Banknoten die Vorzüge, Sehenswürdigkeiten, Persönlichkeiten zur Darstellung zu bringen. Es wäre eine ganze Geschichte für sich, schon nur die Sujets der Schweizer Banknoten in den letzten hundert Jahren darzustellen.

 

Ganz unerwartet erfahren wir nun aus den umliegenden Nachbarstaaten, dass man allen Ernstes daran denkt, Bargeld schrittweise abzuschaffen. Als erstes soll die Note mit dem höchsten Wert, nämlich der 500 Euro Schein aus dem Verkehr gezogen werden. In Italien dürfen nur noch maximal € 999.- in bar über den Ladentisch gehen, in Griechenland noch € 500.- und andere Länder wollen die südeuropäischen Staaten nachahmen. Die Österreicher müssen neuerdings ihre Bareinkäufe mit Kassenbelegen lückenlos belegen können. In Dänemark legt ein neues Regierungsprogramm fest, dass Restaurants und kleinere Geschäfte kein Bargeld mehr akzeptieren müssen. In unserem südlichen Nachbarland wissen wir seit Jahren, dass wir keine Bar verlassen dürfen ohne jederzeit auf der Strasse bei einer Kontrolle nachweisen zu können, dass der genossene Kaffee ordentlich verbucht wurde. Sprich: Dass der Besitzer des Restaurants die Mehrwertsteuer bezahlt hat. Da liegt offenbar der springende Punkt: Der Staat will an den letzten Rappen, den er mit irgendwelchen Steuern aus seinen Bürgern herauspressen kann, herankommen. Und bei diesem Vorhaben stellen alle Käufe, die bar bezahlt werden, ein grosses Hindernis für die lückenlose Überwachung unseres Alltags dar. Ein weiterer Faktor kommt dazu: Je weniger Bargeld im Umlauf ist, desto leichter kommt der Staat an die Negativzinsen auf unserem Ersparten und auf unserem Altersguthaben. Und ohne Negativzinsen können die Schulden der Staaten nie und nimmer zurückbezahlt werden.

 

Mit der Abschaffung des Bargeldes wird ein gesetzliches vom Staat herausgegebenes Zahlungsmittel für illegal erklärt. Würde bei dieser geplanten Massnahme die Vereinfachung des Zahlungsverkehrs im Vordergrund stehen, wäre eigentlich gar nichts dagegen einzuwenden. Aber offenbar ist die Kontrolle und Bevormundung des Bürgers das Ziel. Lassen wir doch die Euroländer ihre 500 Euro Noten einstampfen und für ungültig erklären. Aber die 1000 Franken Noten in der Schweiz, die lassen wir uns nicht nehmen!

 

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