Ausstellung über ein Tessiner Waldreservat

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Urs von der Crone Präsident ds-SVP Tessin

Urs von der Crone
Präsident ds-SVP Tessin

Seit mehr als 50 Jahren wird der Wald im Tal von Lodano, einem Seitental des Maggiatals, nicht mehr genutzt. Wo in früherer Zeit zu viel Holz geschlagen wurde, da wird der Wald heute einem natürlichen Wachstum überlassen und vor menschlichen Einwirkungen geschützt. Im Laufe der Jahrzehnte entsteht damit ein naturbelassener Primärwald. Das Patriziat hat dieses Projekt im Jahre 2010 gestartet und bereits in diesen Tagen ist eine eindrückliche Fotoausstellung zum Waldreservat zu sehen: Sie ist im Museo di Valmaggia in Cevio und zwar in der Casa Respini-Moretti während des Monates Oktober und dann wieder ab kommendem Frühjahr zu besichtigen.

Wissenschaftler haben im Tal von Lodano die gesamte Artenvielfalt beschrieben (insgesamt 680 verschiedene Arten). Darunter sind z. B. 180 Arten von Pilzen, 240 Pflanzenarten, 50 Arten von Schmetterlingen und 22 verschiedene Heuschrecken. Die Beschreibung umfasst natürlich ebenso die 45 Arten von Vögeln und 22 Säugetierarten vom Steinbock bis zur Schneemaus. Dem Besucher bietet sich die Möglichkeit, seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten zu finden. Im Gebiet des Tals liegen fünf grössere Alpen, die bereits seit dem 13. Jahrhundert bestossen wurden. Nach dem traditionellen System der Transhumanz wurden diese Alpen jeweils von Juni bis September genutzt.

Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Holz geschlagen und mit Hilfe von Rutschen und der Flösserei, später mit Metallseilen ins Tal und zum Lago Maggiore transportiert. Von hier aus gelangte das Holz teilweise auf dem Wasserweg in die Lombardei. Die Spuren des Holzschlags sind heute noch sichtbar, ebenso die zahlreichen Köhlerplätze, wo die wertvolle Holzkohle gewonnen wurde. Auf den heute gut ausgebauten Wegen werden mehrere Wanderungen, ein- und zweitägige, durch das Waldreservat vorgeschlagen. Vor der Erkundung des naturkundlich und historisch äusserst vielfältigen Tals von Lodano lohnt sich ein Besuch in der Ausstellung in Cevio.

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